Adelheid-Dojo Wiesbaden
  Schule für Aikido und Feldenkrais

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Fragen und Antworten

 

Brauche ich einen speziellen Aikido-Anzug, um Aikido auszuprobieren?

Für ein Schnuppertraining reicht eine Jogginghose und ein T-Shirt. Wenn man sich später dafür entscheidet, Aikido zu lernen, ist es sinnvoll, einen normalen Judo- oder Aikido-Anzug zu kaufen.

     

Warum sieht sich Aikido als Kampfkunst und nicht als Kampfsport?

In einer Kampfkunst sucht man die persönliche Entwicklung. Es gibt im Aikido keine Wettkämpfe und Meisterschaften. Es geht also nicht um messbare Leistung, sondern ähnlich wie in der Malerei um den persönlichen Ausdruck. Man fragt auch nicht ob Dali besser als Picasso ist.

     

Wie kann man in einem Kampf persönlichen Ausdruck finden?

Jeder Kampf ist eine ganz spezielle Form der Kommunikation. Ein nonverbales Fragen und Antworten. Da gibt es unendlich viele Möglichkeiten des Ausdrucks. Im Aikido kann ich weich und fließend oder kurz und trocken antworten. Als Individuum muss ich meinen eigenen Stil finden. Ein Stil der zu meiner Person und meinem Körper passt. Dann macht es Spaß zu agieren, dann ist man erfolgreich. Als Kopie ist man fad und langweilig.

     

Aber es gibt im Aikido auch schwarze Gürtel? Also doch eine Rangfolge?

Ja, das widerspricht in gewisser Weise dem Kunstgedanken. Es gibt nicht nur einen schwarzen Gürtel, sondern es gibt mehrere. Damit sind Niveaustufen der Meisterschaft gemeint. Man nennt diese Ebenen Dane. Im Aikido gibt es heute 9 davon. Bis zum 4. Dan muss man Prüfungen ablegen. Interessanter Weise können Japaner mit solchen Widersprüchen problemlos leben. Die haben sogar Dane in der Teezeremonie und im Blumenstecken, dem Ikebana.

     

Was ist nun das Besondere am Aikido?

Der ethische Anspruch! Aikido bedeutet frei übersetzt: „Der Weg der Harmonie der Kräfte“. Das heißt: Der Angreifer wird nicht mehr totgeschlagen! Im Gegenteil, wir passen sogar auf, dass ihm nichts passiert. Er soll sehen, dass jede Aggression zwecklos ist.

     

Wie machen Sie das?

Der Angriff wird nicht blockiert, sondern umgelenkt, am besten ins Leere oder auf den Angreifer zurück. Deswegen kommen wir im Aikido auch mit ganz wenig Kraft aus. Der Gründer des Aikido Herr Morihei Ueshiba hat aus den alten japanischen Kampftechniken solche ausgewählt, die man mit wenig Kraft ausüben kann und so abgewandelt, dass sie nicht mehr verletzen. Dabei hat er sich im wesentlichen am Schwert- und Lanzenfechten orientiert. Das ist übrigens auch der Ursprung der eleganten Bewegungsformen.

     

Wer war denn der Morihei Ueshiba?

Er hat von 1883 bis 1969 in Japan gelebt, war Zeitgenosse von Jigoro Kano, der das Judo erfunden hatte. Und sein Lebensinhalt als Kampfkünstler war, dass eine Kampfkunst der persönlichen Entwicklung dienen soll und dass Krieg nur zum Schutze des Lebens geführt werden darf. Und er bezog auch das Leben des Angreifers ein. Denn er sah den Angreifer als den Partner eines gemeinsamen Konfliktes. Und es ist nachhaltiger den Konflikt aufzulösen als den Partner.

     

Was gibt denn Aikido dem Modernen Menschen von heute?

Fitness, Beweglichkeit, Spontanität und Menschenkenntnis.

Jeder der regelmäßig 2-3 mal die Woche Sport treibt bleibt fit. Beim Aikido wird aber zusätzlich den richtigen Muskeltonus und eine entspannte Atmung geachtet. Das schützt uns vor Verletzungen und hält uns jung. Übrigens das ständige Rollen und Aufstehen ist eine super Rückenschule und der beste Ausgleich zu einer sitzenden Tätigkeit. Zudem wird der Kopf ganz schön durch die schwierige Körperkoordination gefordert, Das entkalkt die grauen Zellen und hält sie rege. Tatsächlich zeigt das Erlernen von komplexen Bewegungsabläufen die gleichen positiven Effekte wie Gedächtnisübungen oder Intelligenztraining. Aber was wirklich jung hält ist, dass in unserer Schule alle Generationen gemeinsam auf der Matte stehen, von 16 bis 63 Jahren.

     

Aber wie sieht das mit der Menschenkenntnis aus?

Wir kennen das alle aus Hollywood oder Hong Kong. In Filmen wie Nico, Karate Kid oder sogar in der Tigerkralle wird immer gesagt: Zuerst musst Du Dich selbst besiegen! Im Training, auf der Matte, das ständige Angreifen und Verteidigen geht unter die Haut. Da kommen Emotionen heraus über die man sich manchmal wundert. Man lernt seine Partner sehr nah und sehr gut kennen. Und vor allem lernt man sich selbst kennen. Manchmal besser als einem lieb ist. Das ist für einige auch der Grund wieder mit Aikido aufzuhören.

     

Warum haben Sie die ganze Zeit noch nichts von Selbstverteidigung erzählt?

Weil Aikido als Kampfkunst weit darüber hinausgeht. Selbstverteidigung hat immer etwas mit bedroht oder verfolgt werden zu tun. Selbstverteidigung ist etwas passives. In einer Kampfkunst ist man aber aktiv. Man nimmt immer seine gesamte Umgebung wahr. 360° um sich herum. Sobald zwei Menschen in einem Raum sind, entsteht ein Verhältnis. Harmonisch oder disharmonisch, dass sollte ich als Aikidoka spüren. Und lange bevor der andere in Reichweite ist, löse ich die Spannung auf oder positioniere mich so, dass ein Angriff chancenlos ist.

     

Kann man sich denn nun mit Aikido-Techniken selbst verteidigen?

Na klar! Es gibt einige Techniken, die sehr direkt und sehr unangenehm sind. Aber was dann dabei heraus kommt, würde ich nicht mehr als Aikido bezeichnen.

     

Gibt es im Aikido eigentlich Schläge und Tritte?

Aikido ist kein Punch and Kick Sport. Aikido leitet sich von Samurais ab und für die Samurais war Treten unter der Würde. Also finden wir im Aikido keine Tritte. Außerdem sind Tritte immer riskant, weil sich der Schwerpunkt nach oben verlagert. Schläge benutzen wir, nicht zum verletzen, sondern um Reaktionen hervorzurufen. Wir bilden damit Rhythmus und teilen den Raum auf. Es werden also keine Nasenbeine oder Kieferknochen gebrochen.

     

Warum trägt man beim Aikido eigentlich diese weiten Hosenröcke?

Diese Hosenröcke heißen Hakama und waren im Mittelalter nur den Samurais vorbehalten. Sie verdecken die Fußstellung und bieten gleichzeitig viel Bewegungsfreiheit. So konnte der Gegner nicht erkennen, wo der nächste Ausfallschritt hinführt.

     

Ihre Aikidoschule nennt sich Adelheid-Dojo? Was ist eigentlich ein Dojo?

Das Dojo ist die Übungshalle in den buddhistischen Klöstern. Übersetzt heißt es, der Ort des Weges. Ein Dojo ist also etwas mehr als eine Turnhalle und etwas weniger als eine Kirche. Das ist die Geschichte von der Einheit von Körper und Geist. Der Begriff ist dann auf die Kampfkünste übertragen worden.

     

Und was bedeutet „Adelheid“ ?

Genau, das hört sich etwas merkwürdig an. Die anderen haben alle einen irgendwie asiatischen Namen. Unser Dojo liegt in Wiesbaden in der Adelheidstraße. Und Adelheid bedeutet „das edle Wesen“ und das hat uns an das persönliche Wachstum im Aikido erinnert und außerdem kann man sich so die Adresse gut merken: Adelheidstrasse 82 in Wiesbaden.

     

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